Strafzölle belasten deutsche Werkzeughersteller massiv

Mit Unverständnis reagieren die deutschen Werkzeughersteller auf die nun von der USA angekündigten Strafzölle in Höhe von 25%. Diese Zölle sollen bereits ab dem 18. Oktober wirksam werden und fallen zusätzlich zu den bereits hohen US-Einfuhrzöllen an. Die Strafzölle sind eine Reaktion der USA auf EU-Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus, die von der Welthandelsorganisation WTO für unzulässig erklärt wurden.

„Es ist völlig inakzeptabel, dass die kleinen und mittelständischen deutschen Werkzeughersteller nun in diesen Konflikt der subventionierten Flugzeugindustrie hineingezogen werden“, so Michael Kleinbongartz, Vorsitzender des Fachverband Werkzeugindustrie e. V. (FWI).

Die USA sind mit 8,5% Anteil an den Ausfuhren der deutschen Werkzeugindustrie der wichtigste Exportmarkt. Experten gehen davon aus, dass deutsche Werkzeuge trotz ihrer hohen Qualität durch die Strafzölle in den USA praktisch unverkäuflich werden. „Dies wird einige Firmen hart treffen, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo sich auch die Konjunktur in Deutschland abschwächt“, befürchtet FWI-Geschäftsführer Stefan Horst.

Weitere Ungerechtigkeiten ergeben sich daraus, dass nur ausgewählte Werkzeuggruppen wie Zangen, Äxte, Scheren und Schraubendreher betroffen sind. Auch sollen die Strafzölle nur für deutsche, nicht jedoch für andere europäische Hersteller gelten, obwohl Airbus ein europäisches Gemeinschaftsunternehmen ist. „Vielleicht sind diese selektiven Strafzölle auch eine Reaktion auf den Erfolg der deutschen Hersteller auf dem US-Markt und der aktuelle Handelskonflikt dient nur als willkommener Vorwand“, so Stefan Horst.

Der FWI hat bereits Kontakt zum Bundeswirtschaftsministerium aufgenommen und hofft auf Unterstützung durch die Politik.

Source: werkzeugnachrichten.de