Zubehör-Werkzeuge für Powertools: Fachverband warnt vor Monokultur und Abhängigkeit

Unabhängige Zubehörhersteller sehen Wettbewerbsnachteile gegenüber Konzernen

Laut einer aktuellen Umfrage des Fachverbands Werkzeugindustrie e. V. (FWI) sehen sich unabhängige Hersteller von Zubehörwerkzeugen für Elektrowerkzeuge zunehmend von den Konditionenmodellen einiger großer Elektrowerkzeughersteller benachteiligt. So melden 67 Prozent der befragten Werkzeughersteller, dass diese Maschinenhersteller den Fachhändlern vermehrt einen zusätzlichen Rabatt auf ihre Maschinen anbieten, wenn diese zusätzlich auch dessen Zubehörwerkzeuge exklusiv in ihr Programm aufnehmen.

Solchen Angeboten von bestimmten großen Konzernen können die unabhängigen Hersteller nichts entgegensetzen und werden nach und nach ausgelistet, obwohl ihre Produkte hinsichtlich Leistung und Preis durchaus konkurrenzfähig sind“, erläutert FWI-Geschäftsführer Stefan Horst die Folgen für die kleinen und mittelständischen Hersteller von Bohrern, Sägeblättern, Schleif- und Trennscheiben, Bits und Bürsten.

„Uns liegen auch Berichte vor, dass Händlern über Partnermodelle einiger Elektrowerkzeughersteller die bevorzugte Belieferung mit neuen Maschinenmodellen in Aussicht gestellt wird, wenn sie ihr Zubehörprogramm auf diesen Maschinenhersteller umstellen.“, ergänzt Horst. In der FWI-Umfrage bestätigen dies 71 Prozent der Hersteller, die restlichen 29 Prozent sind sogar der Ansicht, dass solche Angebote in den letzten Jahren noch zugenommen haben. Die Zahlung von Prämien für den Wechsel von Lieferanten durch einige Elektrowerkzeughersteller an die Händler bestätigen die Teilnehmer an der Umfrage zu 100 Prozent, wobei 50 Prozent hier sogar eine zunehmende Tendenz sehen.

Dies erklärt aus Sicht des FWI den Trend, dass immer mehr Fachhändler ihre Zubehörwand auf die Elektrowerkzeugmarke umstellen, zum Nachteil der kleineren Hersteller.

„Unsere Mitgliedsfirmen stellen sich einem fairen Wettbewerb über Qualität, Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit. Im Wettbewerb mit diesen Elektrowerkzeugkonzernen kann jedoch von Chancengleichheit keine Rede sein.“, so Horst weiter. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, sieht der FWI die Existenz vieler kleiner Werkzeughersteller in Deutschland und Europa bedroht.

Doch auch für die Kunden sieht der FWI langfristig Nachteile. „Händler und Anwender müssen sich die Frage stellen, ob sie in Zukunft mit einer Monokultur und einer starken Abhängigkeit im Bereich Zubehörwerkzeuge leben wollen – mit der Gefahr von weniger Innovationen und steigenden Preisen.“, warnt Stefan Horst.

Rund 110 Werkzeug- und Dübelhersteller mit Produktion in Deutschland sind im FWI organisiert. Die Werkzeugindustrie erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von über 4,7 Mrd. Euro und beschäftigte mehr als 32.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Erhaltung der breiten Vielfalt von deutschen Herstellern, die Gestaltung eines fairen Wettbewerbs sowie die Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland sind vorrangige Ziele des Verbands.

Darüber hinaus gibt es rund 50 außerordentliche Mitglieder im FWI. Dies sind Industrieunternehmen mit Nähe zum Werkzeug und dessen Vertriebswegen sowie Dienstleister und ausländische Unternehmen zählen hierzu.


Kontakt:

Stefan Horst, Geschäftsführer FWI

Elberfelder Str. 77

42853 Remscheid

Telefon: 02191 438-21

Telefax: 02191 438-79

E-Mail: stefan.horst@werkzeug.org

www.werkzeug.org

www.deutscheswerkzeug.de

 

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