AußenhandelDeutsche Wirtschaft in der Doppelkrise: Stimmung kippt erneut

Die deutsche Wirtschaft rutscht im Frühsommer 2026 wieder in eine spürbare Schwächephase. Die aktuelle DIHK‑Konjunkturumfrage zeigt: Der Nahost‑Konflikt trifft auf bereits bestehende strukturelle Standortprobleme – mit deutlichen Folgen für Investitionen, Beschäftigung und Exporterwartungen. Für 2026 rechnet die DIHK nur noch mit einem Wachstum von 0,3 Prozent.

Mehr als 23.000 Unternehmen aus allen Branchen haben sich an der Erhebung beteiligt. Die zu Jahresbeginn noch vorsichtig aufgehellte Stimmung ist verflogen: Alle zentralen Indikatoren drehen ins Negative. Der DIHK‑Stimmungsindex fällt von 95,9 auf 88,1 Punkte – der niedrigste Wert seit der Corona‑Pandemie.

 

Wesentliche Ergebnisse im Überblick
  • Geschäftslage — Nur noch 23 % der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut, 26 % als schlecht. Der Saldo sinkt auf –3 Punkte, den tiefsten Stand seit Corona.

  • Geschäftserwartungen — 33 % rechnen mit schlechteren Geschäften, nur 13 % mit besseren. Der Erwartungssaldo fällt auf –20 Punkte, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

  • Geschäftsrisiken — Energie‑ und Rohstoffpreise sind mit 70 % das dominierende Risiko. Ebenfalls hoch bleiben wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (58 %), Arbeitskosten (57 %) und die schwache Inlandsnachfrage (56 %).

  • Exporterwartungen — Lieferkettenstörungen und eine schwache Weltkonjunktur drücken die Aussichten: Der Saldo fällt von 0 auf –10 Punkte.

  • Investitionsabsichten — Nur 23 % planen höhere Budgets, 34 % wollen Investitionen zurückfahren. Der Saldo sinkt auf –11 Punkte – ebenfalls ein Tiefstand seit Corona.

  • Beschäftigungspläne — Nur 10 % wollen Personal aufstocken, 24 % erwarten Rückgänge. Der Saldo fällt auf –14 Punkte.

 

Bedeutung für die Werkzeugindustrie

Für die exportstarke Werkzeugindustrie verschärft die Doppelkrise die ohnehin anspruchsvolle Lage:

  • schwächere Auslandsnachfrage,
  • steigende Kosten,
  • zurückhaltende Investitionen der Kundenbranchen,
  • zunehmende Unsicherheit bei Standortentscheidungen.

Unternehmen müssen sich damit auf ein herausforderndes zweites Halbjahr einstellen – und gleichzeitig strategisch flexibel bleiben.

 

Quelle: DIHK

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