BinnenwirtschaftDIHK‑Energiewende-Barometer 2026: Energiekosten belasten Industrie

Das DIHK‑Energiewende-Barometer 2026 - eine Befragung von rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen - zeigt, dass hohe Energiekosten für viele Unternehmen in Deutschland zu einem zentralen Standortnachteil geworden sind. Die wirtschaftlichen Auswirkungen reichen inzwischen weit über die laufenden Betriebskosten hinaus und betreffen zunehmend Investitionen sowie Standortentscheidungen.

 
Kernergebnisse des Energiewende-Barometers
  • Energiekosten steigen weiter: Rund die Hälfte der Unternehmen meldet höhere Strompreise, zwei Drittel höhere Gas- und Ölpreise.

  • Wettbewerbsfähigkeit sinkt: Über 40 % der Unternehmen sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Energiekosten beeinträchtigt; in der Industrie betrifft dies rund zwei Drittel.

  • Barometer fällt erneut ins Negative: Der Index sinkt nach kurzer Erholung wieder auf –11 Punkte.

 

Auswirkungen auf Investitionen

 

  • Kernprozesse: Etwa ein Drittel der Unternehmen verschiebt Investitionen in zentrale Produktions- und Geschäftsbereiche.

  • Klimaschutz: Ein Viertel stellt Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zurück.

  • Innovation: 16 % verschieben Projekte in Forschung und Entwicklung.

 
Standortentscheidungen und Produktionsverlagerung

 

  • Verlagerung nimmt zu: Rund 20 % der Unternehmen prüfen oder vollziehen die Verlagerung oder Einstellung von Produktion in Deutschland.

  • Industrie besonders betroffen: In der Industrie liegt der Anteil bei etwa 40 %, bei großen Industrieunternehmen sogar bei rund 60 %.

 

Energiepolitische Erwartungen der Unternehmen

 

  • Infrastrukturausbau priorisieren: Vier von fünf Unternehmen fordern mehr Tempo und Verlässlichkeit beim Ausbau der Energieinfrastruktur.

  • Staatliche Unterstützung: Rund drei Viertel wünschen sich stärkere staatliche Investitionen in zukunftsfähige Energie- und Netzinfrastruktur.

  • Strompreis entlasten: 78 % sprechen sich für eine Senkung von Steuern und Abgaben auf Strom aus.

  • Effizienzpolitik neu ausrichten: Wirtschaftlichkeit, Technologieoffenheit und Freiwilligkeit sollen zentrale Leitprinzipien sein.

 

Fazit

Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen und international wettbewerbsfähige Energiepreise, um Investitionen, Innovationen und industrielle Wertschöpfung in Deutschland langfristig zu sichern. Kurzfristig wirksame Maßnahmen – etwa eine Stromsteuersenkung, schnellere Netzanschlüsse und weniger Regulierung – gelten als entscheidend, um die Transformation zu erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

 

Link:

Energiewende-Barometer 2026

Quelle: DIHK

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