BinnenwirtschaftInnovationsindikator 2025
Deutschland stagniert bei der Innovationsleistung. Im aktuellen Innovationsindikator 2025 verharrt die Bundesrepublik auf Rang 12, während Wettbewerber wie die USA, Großbritannien und Frankreich deutlich aufholen.
Ein zentraler Grund: Die Innovationskraft der Unternehmen im Land entwickelt sich weniger dynamisch als in anderen Nationen. Besonders im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) zur Digitalisierung bleibt Deutschland hinter Staaten wie den USA und China zurück. Schwächen zeigen sich zudem bei der Wertschöpfung in Hochtechnologiebranchen und bei transnationalen Patenten – Felder, die für die Werkzeugindustrie von hoher strategischer Bedeutung sind.
Stärken und Schwächen bei Schlüsseltechnologien
Deutschland belegt im Bereich Schlüsseltechnologien Rang 4 und gehört in vier von sieben Technologiefeldern zu den Top 5. Hervorzuheben sind die Spitzenposition in der Kreislaufwirtschaft (Rang 1) sowie starke Platzierungen bei neuen Materialien (Rang 2) und Produktionstechnologien (Rang 5).
Doch in entscheidenden Zukunftsfeldern ist Deutschland abgehängt:
- Rang 7 bei digitaler Hardware
- Rang 10 in der digitalen Vernetzung
- Rang 15 in der Biotechnologie
Gerade für die Werkzeugbranche ist die digitale Transformation von Produkten und Dienstleistungen entscheidend. Der geringe Anteil computerimplementierter Erfindungen zeigt: Ohne konsequente Digitalisierung droht ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit – auch für klassische Erfolgsindustrien wie Maschinen- und Werkzeugbau.
Forschung stark – Umsetzung schwach
Der Indikator „Effizienz“ verdeutlicht: Deutschland ist Weltspitze in der Wissensgenerierung (100 Prozent), aber nur Mittelmaß bei der wirtschaftlichen Verwertung (Kommerzialisierungseffizienz 61 Prozent). Während die USA Forschungsergebnisse rasch in Marktanteile übersetzen, bleibt Deutschland zurück.
Für die Werkzeugindustrie bedeutet das:
- FuE-Ausgaben müssen steigen, aber auch effizienter eingesetzt werden.
- Technologietransfer muss beschleunigt werden.
- Wagniskapital für Scale-ups ist dringend erforderlich.
- Bürokratieabbau bleibt eine zentrale Voraussetzung.
- Gesellschaftliche Offenheit und Nachhaltigkeit: Im Offenheitsindex liegt Deutschland nur auf Rang 13. Wirtschaft und Wissenschaft sind international gut vernetzt, doch die gesellschaftliche Offenheit bleibt gering. Dabei gilt: Offene Systeme sind innovativer. Für die Werkzeugbranche heißt das, internationale Kooperationen auszubauen und gleichzeitig Know-how-Abfluss zu verhindern.
- Auch im Nachhaltigkeitsindex zeigt sich ein deutlicher Rückschritt: Deutschland fällt von Rang 3 (2024) auf Rang 7 zurück. Schwächen bestehen insbesondere bei grünen Technologien, energiebezogenen FuE-Ausgaben und beim Export nachhaltiger Güter. Länder wie China investieren massiv und holen auf.
Fazit für die Werkzeugindustrie
Der Innovationsindikator macht deutlich: Deutschland verfügt über exzellente Forschung, aber die Umsetzung in marktfähige Produkte und Dienstleistungen bleibt unzureichend. Für die Werkzeugbranche bedeutet das:
- Digitalisierung und KI müssen konsequent vorangetrieben werden.
- Nachhaltige Technologien sind ein Muss, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Kooperationen innerhalb Europas und mit verlässlichen Partnern sind entscheidend.
- Innovation ist der Motor für Wettbewerbsfähigkeit – auch im Werkzeugbau. Nur mit einer stringenten Innovations- und Investitionspolitik bleibt unser Standort zukunftsfähig.
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Quelle: BDI
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