BinnenwirtschaftInsolvenzen: Niveau bleibt außergewöhnlich hoch
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Mai zwar leicht um 2 Prozent gesunken, liegt im Zeitraum Januar bis Mai jedoch weiterhin 4,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit bleibt das Insolvenzgeschehen auf einem außergewöhnlich hohen Stand: So viele Betriebe wie seit 2014 nicht mehr mussten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres Insolvenz anmelden. Statistisch betrachtet trifft es inzwischen alle 20 Minuten ein Unternehmen – ein Trend, der zunehmend strukturelle Ursachen hat.
Die schwache Binnenkonjunktur und ein herausforderndes außenwirtschaftliches Umfeld setzen viele Betriebe unter Druck. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im internationalen Wettbewerb, während Unternehmen mit hohen Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten konfrontiert sind. Diese Belastungen wirken tief in die wirtschaftliche Substanz hinein.
Weitere Indikatoren bestätigen diese Entwicklung:
- Eigenkapitalrückgang — Fast jedes vierte Unternehmen meldet sinkendes Eigenkapital.
- Finanzielle Engpässe kleiner Betriebe — Bei Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten berichtet rund die Hälfte von einer problematischen Finanzlage.
- Nachfolgeprobleme — Zunehmend müssen wirtschaftlich gesunde Betriebe schließen, weil keine Nachfolge gefunden wird.
- Zahl der Arbeitslosen ist erneut über die Drei-Millionen-Marke gestiegen – ein deutliches Warnsignal.
Quelle: DIHK
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