BinnenwirtschaftDIHK Konjunkturumfrage Frühsommer 2021

Insgesamt verbessert sich die Lage der Betriebe im Frühsommer zwar merklich, die Bewertungen liegen aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt. Derzeit beurteilen 32 Prozent der Befragten ihre Geschäfte als gut, 30 Prozent als schlecht. Der Saldo aus besserer und schlechterer Beurteilung der aktuellen Lage steigt damit auf 2 Punkte nach minus 3 Punkten in der Vorumfrage von Jahresbeginn.

Auch die Zukunftserwartungen hellen sich etwas auf. 25 Prozent rechnen mit besseren, 24 Prozent mit schlechteren Geschäften. Für das laufende Jahr prognostiziert der DIHK ein Wachstum von 3,0 Prozent – nach einem Wirtschaftseinbruch von minus 4,8 Prozent im Vorjahr.

 

Lockdown-Branchen teils weiter verschlechtert, Industrie optimistisch

Je nachdem, wie stark ihre Geschäfte von den Corona-Beschränkungen beeinträchtigt sind, schätzen die Wirtschaftsbereiche die wirtschaftliche Situation sehr unterschiedlich ein. So hat sich die Geschäftslage in den vom Lockdown betroffenen Branchen im Vergleich zum Jahresbeginn teilweise weiter verschlechtert. Das gilt etwa für Betriebe aus Kunst, Kultur und Erholung, von denen 81 Prozent schlechte Geschäfte melden. Historisch schlecht bleibt die Lagebewertung dort, wo die Aktivitäten weitgehend ruhen müssen: 86 Prozent der Gastronomen, 92 Prozent der Beherbergungsbetriebe und 94 Prozent der Reisevermittler berichten von schlechten Geschäften.  

Dagegen verbessert sich die Lage der Industrieunternehmen im Durchschnitt deutlich – eine kräftige positive Tendenz zeigt sich etwa bei Unternehmen aus dem Maschinenbau, dem Fahrzeugbau oder der Elektrotechnik. Auch Vorleister wie die chemische Industrie, Betriebe der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie der Metallerzeugung und -bearbeitung zeigen sich optimistischer.

 

Auslandsnachfrage zieht an

Ein möglicher Grund ist die konjunkturelle Erholung in wichtigen Absatzmärkten wie China und den USA, die die Nachfrage nach Produkten "made in Germany" ankurbelt. So verliert die Auslandsnachfrage, die zu Jahresbeginn noch von 50 Prozent der Befragten als Risiko genannt wurde, mit aktuell 37 Prozent deutlich an Bedeutung.

Die Exporterwartungen fallen im Vergleich zu den Vorumfragen erneut zuversichtlicher aus. Ein Drittel der Unternehmen rechnet mit einer Zunahme der Ausfuhren in den nächsten zwölf Monaten, 16 Prozent mit einem Rückgang. In der Vorumfrage gingen noch 21 Prozent von sinkenden Exporten aus.

Die positiven Exportaussichten in der Industrie kommen auch dem Großhandel und den Handelsvermittlern zugute, wohingegen der verbrauchernahe und binnenmarktorientierte Einzelhandel seine Geschäftslage nochmals schlechter bewertet.

 

 

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